Grevener Zeitung 18.04.2013

Samstag, Mai 18, 2013

McJob hilft Schülern

GREVEN  Bei Jugendlichen herrscht Unsicherheit und Unselbstständigkeit, was den Einstieg ins Berufsleben angeht.“ Ernst schildert die 45-jährige Reckenfelderin Angela Meier ihre Ansicht von manchen Schulabgängern. Doch sie möchte helfen. 

Schwierigkeiten beim Berufsstart: McJob hilft Schülern

Jürgen Grimm und Angela Meier helfen Schülern, denen nach der Schule Orientierung und Kompetenz fehlen. (Foto Tim Stobbe)

Erfahren in der Berufs- und Ausbildungswelt als gastronomische Ausbilderin, macht sie im Verein McJob junge Menschen fit für das Berufsleben. Der Verein hat nur ein Problem: Die Nachfrage ist größer als die Zahl der Trainer.

Bereits seit November 2010 begleitet der Verein Schüler, teilweise bereits ab der achten Klasse, die Schwierigkeiten bei der Berufsfindung und Bewerbung haben. Dabei konnte der stellvertretende Vorsitzende Jürgen Grimm bereits erste Erfolge verbuchen. Anfangs perspektiv- und ambitionslose Schüler führten sie über Praktika und Interviews mit Unternehmen ins Berufsleben. Doch mit derzeit zwölf der ehrenamtlichen Trainern kann die Nachfrage nicht gedeckt werden.

Einblick für Neugierige

Eine Info-Veranstaltung am 16. Mai ab 18 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses bietet Ehrenamtswilligen daher Gelegenheit, einen Eindruck von der Arbeit der Trainer zu erhalten.
Angela Meier und ihre Kollegen übernehmen die harten Fälle, die für sich selbst keine Perspektive entwickeln können und oft auch aus dem Elternhaus wenig bis gar keine Unterstützung erhalten. „In völlig intakten Familien werden wir nicht gebraucht“, so Angela Meier. Nachdem sich Schüler oder Eltern bei McJob gemeldet haben – die Eigeninitiative ist Voraussetzung –, muss sie teilweise bei absoluten Grundlagen ansetzen: „Ein Friseurbesuch, die äußere Erscheinung, der sprachliche Ausdruck. Da hapert es oft schon.“

Nicht die Regel

Doch diese Schüler sind nicht der Regelfall. „Von 120 Schülern des letzten Abschlussjahrgangs an der Anne-Frank-Realschule brauchten vier Unterstützung“, erläutert Jürgen Grimm. „Insgesamt kommt die Schulbildung zu guten Ergebnissen.“ Dabei hilft auch eine enge Vernetzung mit Unternehmen, den Schulen und der Agentur für Arbeit.
In manchen Fällen reicht die Berufs- und Lebenserfahrung von Angela Meier aber auch nicht aus. Etwa bei psychischen Problemen stoßen die Trainer an ihre Grenzen. „Sie sind schließlich keine Pädagogen oder Sozialarbeiter“, sagt Jürgen Grimm. Doch im ausbildenden Umgang mit jungen Menschen haben die meisten der Trainer Erfahrung – doch derlei Hintergrund ist kein Muss, um sich zu beteiligen.

Von Tim Stobbe

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